Lernen & FAQ’s


Welche Rolle haben Eltern in der Schule?


Eltern sind ein wichtiger Teil der Schulgemeinschaft.

Die Entwicklung eines Kindes gelingt am besten, wenn Schule und Familie vertrauensvoll zusammenarbeiten.

Eltern unterstützen die Schule unter anderem durch:

  • regelmäßigen Austausch über Lernentwicklung

  • Teilnahme an Lernentwicklungsgesprächen

  • Mitwirkung bei schulischen Veranstaltungen oder Projekten.

Gleichzeitig bleibt die pädagogische Verantwortung für den schulischen Alltag bei den Lernbegleiter*innen.

Die Schule versteht sich als Gemeinschaft, in der alle Beteiligten Verantwortung tragen, jedoch jeweils in ihrer eigenen Rolle.


Wie wir lernen


Lernen bedeutet mehr als Wissen aufnehmen

Die Eine-Welt-Schule versteht Lernen als einen Prozess, in dem Kinder und Jugendliche ihre Fähigkeiten entdecken und entwickeln.

Neben fachlichen Kompetenzen spielen zentrale Zukunftskompetenzen eine wichtige Rolle:

  • Selbstwirksamkeit
  • Urteilsfähigkeit
  • Verantwortungsbewusstsein
  • Zusammenarbeit
  • Gestaltungskraft

Diese Kompetenzen entstehen nicht allein durch Wissensvermittlung.

Sie entstehen durch Erfahrung, Reflexion und gemeinsames Handeln.

Fach-Inputs

Fach-Inputs sind konzentrierte Lernphasen, in denen zentrale fachliche Inhalte vermittelt werden.

Sie geben den Schülerinnen und Schülern das Wissen und die Werkzeuge, die sie anschließend in Projekten, Übungen und eigenständigen Lernphasen anwenden und vertiefen.

So bleiben die fachlichen Grundlagen klar strukturiert, während Lernen gleichzeitig praxisnah und lebendig gestaltet wird.

Projektorientiertes Lernen

Ein zentraler Bestandteil der Schule ist projektorientiertes Lernen.

Fächerübergreifende Projekte verbinden Fachwissen mit realen Fragestellungen aus Gesellschaft, Umwelt und Arbeitswelt.

Gesamtkonzept GMS EWS – IBOP-20…

Schüler*innen arbeiten dabei

  • forschend
  • praktisch
  • im Team
  • eigenverantwortlich.

Ein Beispiel ist das schulweite Projekt:

„Zukunftsstadt 2050 – Demokratie 2050“

Hier beschäftigen sich Schülerinnen und Schüler mit Fragen wie:

  • Wie wollen wir in Zukunft leben?
  • Wie gestalten wir nachhaltige Städte?
  • Wie funktioniert demokratische Mitgestaltung?

So wird Lernen zu einem Prozess, der Wissen, Verantwortung und Zukunftsdenken miteinander verbindet.

Gesamtkonzept GMS EWS – IBOP-20…

Individuelle Lernwege

Jedes Kind bringt unterschiedliche Voraussetzungen, Interessen und Stärken mit.

Die EWS arbeitet deshalb mit

  • individuellen Lernzeiten
  • Coaching-Gesprächen
  • Lernentwicklungsberichten
  • Portfolioarbeit.

Diese Formen der Lernbegleitung unterstützen Schüler*innen dabei, ihre eigenen Lernprozesse zu verstehen und Verantwortung für ihr Lernen zu übernehmen.


Zwischen Vorgaben und Freiheiten


Das Konzept der Gemeinschaftsschule befindet sich noch im Genehmigungsverfahren. Seit Jahren. Hier läuft ein sehr herausfordernder Verhandlungsprozess mit dem Regierungspräsidium. Wir haben gelernt: Die Genehmigungsfähigkeit des pädagogischen Konzeptes hängt vielmehr vom Durchhaltevermögen und der Fähigkeit ab, anzuerkennen und schriftlich umzusetzen, was nicht verhandelbar ist. Der Handlungsspielraum für eine innovative Bildungskultur bleibt davon unberührt. Bei privaten Gründungsinitiativen ist die staatliche Anerkennung erst nach drei Jahren möglich. Wir setzen nicht nur den aktuellen Bildungsplan um. Auch die Global Goals der UNESCO sind Teil des Gesamtkonzeptes. Die staatliche Anerkennung ist uns genau so wichtig wie der BNE (Bildung für nachhaltige Entwicklung). Unser Ziel: Das Öffnen von Bildung hin zum Menschen innerhalb des realen Spannungsfeldes von Vorgaben und Freiheiten.


Wer ist der Träger?


Der Schulträger ist:

IBOP gUG (Institut für Bildungsforschung, Organisationsentwicklung und Permagogik) mit Sitz in Freiburg.

Das IBOP verzahnt den Bildungsalltag der Eine-Welt-Schule mit unterschiedlichen Forschungsinteressen zum Thema Bildung und Organisationsaufbau. Es entsteht ein intern und extern lernendes Netzwerk.


Kann mein Kind von der EWS auf eine staatliche Schule wechseln?


Ja, dies ist möglich. Die Schule unterstützt ihre Schüler*innen bei den Vorbereitungen auf diesen Wechsel, in Absprache mit den Eltern.

An der Eine-Welt-Schule arbeiten wir mit Kompetenz-Rückmeldung. Eine Übersetzung in Noten für eine neue Schule ist grundsätzlich möglich.


Wer wird an der EWS unterrichten?


Ob Ansätze von Rebecca Wild, Maria Montessori, Rudolf Steiner, etc., alles was sich bewährt, hat Raum. Im Zentrum stehen nicht Ideale und Theorien, sondern die authentische Lernkultur, in der sich Kinder und Erwachsene ernst nehmen und zwischenmenschlichen Herausforderungen auch mit Humor und Leichtigkeit begegnen können.

Neben ausgebildeten Lehrer*innen und unterschiedlichen Pädagog*innen dürfen gezielt „Expert*innen“ von Außen hinzugezogen werden. Bildung lebt von unterschiedlichen Erfahrungen, Menschen und Perspektiven.


Wer trägt die Verantwortung für den Lernerfolg?


Die Schüler*innen tragen an der EWS eine hohe Mit-Verantwortung für ihre Lernwege. Dies tun Kinder bereits bevor sie in die Schule kommen.

Je genauer die Vorstellung der Erwachsenen, desto geringer wird die Verantwortungsbereitschaft des Kindes. Dies ist von der Natur so angelegt, vielleicht zum Schutz der Individualität. Was besser funktioniert: Kinder ernst nehmen und ihnen etwas zutrauen. Freiräume klar definieren und strukturieren. Die Beweglichkeit finden die Kinder im Inhalt, in Kooperationen und dem Raum, wo Mitgestaltung immer möglich ist.  So wollen wir allen Schüler*innen ihre natürliche Lernmotivation erhalten.


Gibt es Noten?


1. Klassen 5–8: keine klassischen Noten

In den unteren Klassenstufen verzichtet die EWS bewusst auf Ziffernnoten.
Der Fokus liegt auf der individuellen Lernentwicklung.

Stattdessen arbeitet ihr mit kompetenzorientierter Leistungsrückmeldung:

  • Kompetenzraster (G/M/E-Niveau)

  • Lernentwicklungsberichte

  • Portfolioarbeit

  • Lerntagebücher / Reflexionshefte

  • Lernentwicklungsgespräche

  • Peer- und Selbstreflexion

    Gesamtkonzept GMS EWS – IBOP-20…

Das Ziel dabei:

  • Lernprozesse sichtbar machen

  • Fortschritte transparent machen

  • Selbstreflexion fördern

  • individuelle Entwicklung begleiten.

    Gesamtkonzept GMS EWS – IBOP-20…

Die Rückmeldung ist also beschreibend und entwicklungsorientiert, nicht vergleichend.


2. Wie Leistung trotzdem bewertet wird

Leistung wird – zum Zweck der Orientierung – durchaus bewertet – nur anders.

Zum Beispiel im Projektlernen:

Bewertet werden u.a.:

  • fachliche Auseinandersetzung

  • Planung und Durchführung von Arbeitsprozessen

  • Teamfähigkeit

  • Präsentationen und Produkte

  • Selbstreflexion und Peer-Feedback

    Gesamtkonzept GMS EWS – IBOP-20…

Diese Ergebnisse fließen in die Lernentwicklungsberichte ein.


3. Lernentwicklungsgespräche

Mindestens zweimal im Jahr finden Lernentwicklungsgespräche statt.

Dort werden gemeinsam reflektiert:

  • Kompetenzentwicklung

  • Portfolioarbeit

  • Lernfortschritte

  • neue Lernziele.

    Gesamtkonzept GMS EWS – IBOP-20…

Das ersetzt in dieser Phase klassische Zeugnislogik.


4. Ab Klasse 9: klassische Noten

Ab Klasse 9 werden normale Schulnoten eingeführt.

Dann gilt:

  • Ziffernnoten in allen Fächern

  • zusätzlich Kopfnoten für Arbeits- und Sozialverhalten.

    Gesamtkonzept GMS EWS – IBOP-20…

Die Bewertung orientiert sich dann an der Notenbildungsverordnung Baden-Württemberg.


5. Übergang (Klasse 8)

Damit der Übergang nicht hart ist, passiert in Klasse 8 eine Vorbereitung:

  • Übungsarbeiten mit Noten

  • erste Notenrückmeldungen

  • transparente Vorbereitung auf Klasse 9.

    Allgemeiner Umgang mit Noten: Noten sind das was sie sind. Ihre Aussage wird klar besprochen. Eine Note sagt aus, wie ein Kind in einem konkreten Moment, konkrete Aufgaben gelöst hat. Was eine Note niemals aussagt: Wer Du bist, was Du kannst und wie gut Du in etwas sein kannst.


Gehören die Kinder festen Klassen oder Gruppen an?


Ja.
Die Schülerinnen und Schüler gehören an der Eine-Welt-Schule festen Lerngruppen bzw. Jahrgangsgruppen an. Kein klassisches Schulklassenformat.

Diese Gruppen bilden den sozialen Rahmen des Schulalltags. Hier entstehen Beziehungen, Gemeinschaft und ein verlässlicher Orientierungspunkt für die Kinder und Jugendlichen.

Innerhalb dieses Rahmens arbeiten die Schülerinnen und Schüler jedoch in unterschiedlichen Lernformaten:

  • Fach-Inputs können jahrgangsbezogen oder niveaudifferenziert stattfinden.

  • Projektphasen werden teilweise in gemischten Gruppen organisiert.

  • Individuelle Lernzeiten ermöglichen eigenständiges Arbeiten am persönlichen Lernstand.

So verbindet die Schule zwei wichtige Elemente:

  • stabile soziale Gruppen, die Sicherheit und Zugehörigkeit geben

  • flexible Lernformate, die individuelle Lernwege ermöglichen.

Die Lerngruppe bleibt dabei der zentrale Bezugspunkt für die Schülerinnen und Schüler im Schulalltag.


Wie läuft ein typischer Schulalltag ab?


Der Schulalltag an der Eine-Welt-Schule ist als Ganztagsschule rhythmisch aufgebaut.

Der Tag verbindet verschiedene Lernformen, die sich sinnvoll ergänzen:

  • Fach-Inputs vermitteln zentrale fachliche Inhalte.

  • Projektphasen ermöglichen fächerübergreifendes, praxisnahes Arbeiten.

  • Individuelle Lernzeiten geben Raum für eigenständiges Arbeiten und Vertiefung.

  • Coaching- und Reflexionsphasen unterstützen die persönliche Lernentwicklung.

Diese Struktur sorgt für einen Wechsel aus konzentriertem Arbeiten, gemeinschaftlichem Lernen und eigenständiger Vertiefung.

Der Tagesablauf bietet dabei sowohl klare Orientierung als auch Flexibilität, um auf unterschiedliche Lernprozesse eingehen zu können.


Welche Rolle spielen Hausaufgaben?


An der Eine-Welt-Schule wird ein großer Teil der Lernzeit bewusst in den Schulalltag integriert.

Durch die Ganztagsstruktur entstehen im Laufe des Tages ausreichend Zeiten für:

  • individuelles Arbeiten

  • Übungsphasen

  • Vertiefung von Lerninhalten.

Hausaufgaben im klassischen Sinne spielen deshalb eine untergeordnete Rolle.

Gelegentlich können Aufgaben zur Vertiefung oder Vorbereitung entstehen. Diese sind jedoch in der Regel so gestaltet, dass sie den Lernprozess sinnvoll unterstützen und nicht zu einer zusätzlichen Belastung am Nachmittag werden.


Was ist eine Kinderschutz-Policy?


Überall dort, wo Menschen aufeinander treffen, begegnen wir dem gesamten Spannungsfeld des Lebens. Unangenehme Erfahrungen und Erlebnisse gehören dazu. Die Realität verschwindet nicht einfach, weil wir wegschauen. Im Gegenteil. Sie bleibt wie sie ist. Es geht uns um den höchsten Wert, der unsere Gesellschaft ausmacht: unsere Kinder. Bewusst hinzuschauen und Herausforderungen  anzunehmen, ist ein Grundsatz an der Eine-Welt-Schule, den wir gestalten wollen.

Junge Menschen sind Schutzbefohlene. Daher wird die Eine-Welt-Schule ein umfassendes Schutzkonzept mit der Kinderschutzorganisation ECPAT Deutschland e.V. in den Schulalltag integrieren: ecpat