Lernen & FAQ’s


Welche Rolle haben Eltern in der Schule?


Eltern sind ein wichtiger Teil der Schulgemeinschaft.

Die Entwicklung eines Kindes gelingt am besten, wenn Schule und Familie vertrauensvoll zusammenarbeiten.

So führen wir regelmäßig Lernentwicklungsgespräche, in denen wir auf Basis des Bildes, das uns gezeigt wird, die weiteren Lernziele besprechen. Dabei pflegen wir den Blick auf die kognitiven, die emotionalen und die willentlichen Bereiche – damit kein Kind unter seinen Möglichkeiten bleibt.

Eltern sind grundsätzlich eingeladen mit in Verantwortung für die Schule zu gehen, und zwar in allen Belangen, die die Kinder oder ihre Rolle als Eltern betrifft. Damit sind auch ausdrücklich pädagogische Themen gemeint. Wie das gehen kann, zeigen wir unter „Wie wir zusammenarbeiten“.


Welche Abschlüsse können an der Eine-Welt-Schule erreicht werden?


Die Eine-Welt-Schule ist als Gemeinschaftsschule in freier Trägerschaft konzipiert und orientiert sich am Bildungsplan Baden-Württemberg.

Die Schülerinnen und Schüler lernen auf den drei verbindlichen Niveaustufen der Gemeinschaftsschule:

  • G-Niveau – Hauptschulabschluss

  • M-Niveau – Realschulabschluss

  • E-Niveau – Zugang zur gymnasialen Oberstufe

Die Lernwege bleiben dabei bewusst durchlässig. Ein Wechsel zwischen den Niveaustufen ist möglich und wird im Rahmen von Lernentwicklungsgesprächen gemeinsam begleitet.

Damit stehen den Schülerinnen und Schülern alle regulären Bildungsabschlüsse der Sekundarstufe I offen.


Für welche Kinder ist die Eine-Welt-Schule geeignet?


Die Eine-Welt-Schule richtet sich an Kinder und Jugendliche mit unterschiedlichen Begabungen, Interessen und Lernwegen.

Wir gehen davon aus, dass Menschen auf sehr unterschiedliche Weise lernen und sich entwickeln. Deshalb verbindet die Schule individuelle Lernzeiten, Projektarbeit und gemeinschaftliches Lernen.

Besonders gut passt die Schule zu Kindern und Jugendlichen,

  • die neugierig sind und Fragen stellen

  • die Verantwortung für ihren Lernweg entwickeln möchten

  • die gerne gemeinsam mit anderen lernen und gestalten

  • die in ihrer Besonderheit, wie auch immer die geartet sein mag, einen Rahmen brauchen, in dem  diese sich entfalten kann

Entscheidend ist jedoch nicht ein bestimmter „Typ Kind“, sondern eine offene Zusammenarbeit zwischen Schule, Schüler*innen und Eltern.


Wie wir zusammenarbeiten


Vielfalt verstehen wir als Bereicherung. Das gilt für die Pädagogik wie für die Selbstorganisation der Schule. Verschiedene Blickwinkel helfen in Entscheidungsprozessen, eine nachhaltigere Lösung zu finden. Daher sind grundsätzlich alle Betroffenen eines Themas eingeladen in entsprechenden Arbeitsgruppen mitzuarbeiten und mitzuentscheiden. Wer also Initiative mitbringt, steht in voller Verantwortung. Wer sich zurückhält, gibt der Arbeitsgruppe von Vornherein das OK für deren schlussendliche Entscheidung. In dieser Transparenz und klaren Verantwortungsdelegation braucht es keine „Parkplatzgespräche“ über „die da“.

Ziel eines Entscheidungsprozesses ist bei uns ein Konsens. Der wird durch bestimmte, teils ungewöhnliche methodische Schritte ermöglicht. Dabei geht es darum, die individuellen Sichtweisen zu bündeln und daraus gemeinsam Lösungen zu finden, in denen diese enthalten sind. Das braucht etwas länger als bei einer Mehrheitsentscheidung, die Folgen sind aber erfahrungsgemäß: positive Energie aller Beteiligten, weniger lähmende Konflikte, eine stabile Gemeinschaft, aus der man nicht hinausfliegt, nur weil man andere Gesichtspunkte einbringen möchte – und somit nachhaltige und wirkensmächtige Lösungen. Mittelfristig der Ansatz, der Kraft schenkt und nicht nimmt.

Da bei einem Konsens alle am Prozess Beteiligten ihr „Ja“ geben, können auch Menschen, die keine pädagogische Ausbildung mitbringen, sich auch bei pädagogischen Fragen engagieren. Denn es werden bei diesen Themen immer auch Menschen dabei sein, die über eine solche verfügen. Gleichzeitig ist der Blick von Eltern oft sehr hilfreich für das, was in der Schule geschieht.

Voraussetzung für eine Mitarbeit in einer Arbeitsgruppe ist grundsätzlich

  • Wir sind offen für die angewandten methodischen Schritte.
  • Wir begegnen uns auf Augenhöhe – und haben ebendiese Haltung auch gegenüber allen nicht anwesenden Menschen. Das heißt: kein Herabwürdigen, keine Diskriminierungen.
  • Parteipolitische Inhalte haben bei uns nichts verloren.
  • Wir stehen hinter dem Grundgesetz und der Freiheitlich demokratischen Grundordnung.

Wie wird gelernt?


Lernen bedeutet mehr als Wissen aufnehmen

Die Eine-Welt-Schule versteht Lernen als einen Prozess, in dem Kinder und Jugendliche ihre Fähigkeiten entdecken und entwickeln.

Neben fachlichen Kompetenzen spielen zentrale Zukunftskompetenzen eine wichtige Rolle:

  • Selbstwirksamkeit
  • Urteilsfähigkeit
  • Verantwortungsbewusstsein
  • Zusammenarbeit
  • Gestaltungskraft

Diese Kompetenzen entstehen nicht allein durch Wissensvermittlung.

Sie entstehen durch Erfahrung, Reflexion und gemeinsames Handeln.

 

Fach-Inputs

Fach-Inputs sind konzentrierte Lernphasen, in denen zentrale fachliche Inhalte vermittelt werden.

Sie geben den Schülerinnen und Schülern das Wissen und die Werkzeuge, die sie anschließend in Projekten, Übungen und eigenständigen Lernphasen anwenden und vertiefen.

So bleiben die fachlichen Grundlagen klar strukturiert, während Lernen gleichzeitig praxisnah und lebendig gestaltet wird.

 

Projektorientiertes Lernen

Ein zentraler Bestandteil der Schule ist projektorientiertes Lernen.

Fächerübergreifende Projekte verbinden Fachwissen mit realen Fragestellungen aus Gesellschaft, Umwelt und Arbeitswelt.

Schüler*innen arbeiten dabei

  • forschend
  • praktisch
  • im Team
  • eigenverantwortlich.

Ein Beispiel ist das schulweite Projekt:

„Zukunftsstadt 2050 – Demokratie 2050“

Hier beschäftigen sich Schülerinnen und Schüler mit Fragen wie:

  • Wie wollen wir in Zukunft leben?
  • Wie gestalten wir nachhaltige Städte?
  • Wie funktioniert demokratische Mitgestaltung?

So wird Lernen zu einem Prozess, der Wissen, Verantwortung und Zukunftsdenken miteinander verbindet.

 

Individuelle Lernwege

Jedes Kind bringt unterschiedliche Voraussetzungen, Interessen und Stärken mit.

Die EWS arbeitet deshalb mit

  • individuellen Lernzeiten
  • Coaching-Gesprächen
  • Lernentwicklungsberichten
  • Portfolioarbeit.

Diese Formen der Lernbegleitung unterstützen Schüler*innen dabei, ihre eigenen Lernprozesse zu verstehen und Verantwortung für ihr Lernen zu übernehmen.


Wie verbindet die Eine-Welt-Schule staatliche Vorgaben mit pädagogischer Freiheit?


Das Konzept der Gemeinschaftsschule befindet sich noch im Genehmigungsverfahren. Seit Jahren. Hier läuft ein sehr herausfordernder Verhandlungsprozess mit dem Regierungspräsidium. Wir haben gelernt:

Die Genehmigungsfähigkeit des pädagogischen Konzeptes hängt vielmehr vom Durchhaltevermögen und der Fähigkeit ab, anzuerkennen und schriftlich umzusetzen, was nicht verhandelbar ist. Der Handlungsspielraum für eine innovative Bildungskultur bleibt davon unberührt.

Bei privaten Gründungsinitiativen ist die staatliche Anerkennung erst nach drei Jahren möglich. Wir setzen nicht nur den aktuellen Bildungsplan um. Auch die Global Goals der UNESCO sind Teil des Gesamtkonzeptes. Die staatliche Anerkennung ist uns genau so wichtig wie der BNE (Bildung für nachhaltige Entwicklung). Unser Ziel: Das Öffnen von Bildung hin zum Menschen innerhalb des realen Spannungsfeldes von Vorgaben und Freiheiten.


Wer ist der Träger?


Der Schulträger ist:

IBOP gUG (Institut für Bildung, Organisationsentwicklung und Permagogik) mit Sitz in Freiburg.

Das IBOP verzahnt den Bildungsalltag der Eine-Welt-Schule mit unterschiedlichen Forschungsinteressen zum Thema Bildung und Organisationsaufbau. Es entsteht ein intern und extern lernendes Netzwerk.


Kann mein Kind von der EWS auf eine staatliche Schule wechseln?


Ja, dies ist möglich. Die Schule unterstützt ihre Schüler*innen bei den Vorbereitungen auf diesen Wechsel, in Absprache mit den Eltern.

An der Eine-Welt-Schule arbeiten wir mit Kompetenz-Rückmeldung. Eine Übersetzung in Noten für eine neue Schule ist grundsätzlich möglich.


Wer unterrichtet an der Eine Welt Schule?


An der Eine Welt Schule arbeiten ausgebildete Lehrerinnen und Pädagoginnen, die gemeinsam den Lernalltag mit den Kindern und Jugendlichen gestalten.

Unsere Schule versteht sich als lebendiger Lernort. Deshalb lernen Kinder nicht nur von Lehrpersonen, sondern auch von unterschiedlichen Menschen mit vielfältigen Erfahrungen und Perspektiven. Je nach Thema laden wir gezielt Expert*innen aus verschiedenen Bereichen ein, die ihr Wissen und ihre Praxis einbringen.

Wir orientieren uns dabei offen an unterschiedlichen pädagogischen Ansätzen und Erfahrungen. Entscheidend ist für uns jedoch weniger eine bestimmte Methode als eine authentische Lernkultur, in der Kinder und Erwachsene sich ernst nehmen, Verantwortung übernehmen und Herausforderungen auch mit Humor und Leichtigkeit begegnen.


Wer trägt die Verantwortung für den Lernerfolg?


Lernen ist ein gemeinsamer Prozess. An der Eine Welt Schule tragen Schülerinnen, Pädagoginnen und die Schulgemeinschaft gemeinsam Verantwortung für den Lernprozess.

Kinder bringen von Natur aus Neugier und Lernfreude mit. Unser Ziel ist es, diese natürliche Motivation zu erhalten und zu stärken. Deshalb werden die Schüler*innen ermutigt, ihre Lernwege aktiv mitzugestalten, Fragen zu stellen und Verantwortung für ihr Lernen zu übernehmen.

Die Pädagog*innen begleiten diesen Prozess, schaffen klare Strukturen und unterstützen die Kinder dabei, ihre Fähigkeiten zu entdecken und weiterzuentwickeln.

So entsteht eine Lernkultur, in der Vertrauen, Mitgestaltung und Verantwortung zusammenwirken.


Gibt es Noten?


  • In den Klassen 5 bis 8 verzichtet die Eine Welt Schule bewusst auf klassische Ziffernnoten. In dieser Phase steht die individuelle Lernentwicklung der Schüler*innen im Mittelpunkt.

    Statt Noten arbeiten wir mit kompetenzorientierten Rückmeldungen, zum Beispiel durch:

    • Kompetenzraster (G/M/E-Niveau)

    • Lernentwicklungsberichte

    • Portfolioarbeit

    • Lerntagebücher und Reflexion

    • Lernentwicklungsgespräche

    So werden Lernprozesse sichtbar gemacht, Fortschritte nachvollziehbar dokumentiert und die Fähigkeit zur Selbstreflexion gestärkt.

    Leistung wird dabei selbstverständlich wahrgenommen und besprochen – etwa bei Projekten, Präsentationen, Teamarbeit oder individuellen Lernaufgaben.

    Mindestens zweimal im Jahr finden Lernentwicklungsgespräche statt, in denen Schülerinnen, Pädagoginnen und Eltern gemeinsam auf die Entwicklung und neue Lernziele schauen.

    Ab Klasse 9 werden reguläre Ziffernnoten eingeführt. Die Bewertung orientiert sich dann an der Notenbildungsverordnung Baden-Württemberg, sodass alle staatlichen Abschlüsse möglich sind.

    In Klasse 8 bereiten wir die Schüler*innen behutsam auf diesen Übergang vor.

    Uns ist dabei wichtig:
    Eine Note beschreibt eine Leistung zu einem bestimmten Zeitpunkt – nicht den Wert oder das Potenzial eines Menschen.


Gehören die Kinder festen Lerngruppen oder Klassen an?


Ja. Die Schülerinnen und Schüler gehören an der Eine-Welt-Schule festen Lerngruppen bzw. Jahrgangsgruppen an.

Diese Gruppen bilden den sozialen Rahmen des Schulalltags. Hier entstehen Beziehungen, Gemeinschaft und ein verlässlicher Orientierungspunkt für die Kinder und Jugendlichen.

Innerhalb dieses Rahmens wird jedoch in unterschiedlichen Lernformaten gearbeitet. Je nach Thema und Lernstand können Lernphasen jahrgangsbezogen, niveaudifferenziert oder auch in gemischten Gruppen stattfinden. Individuelle Lernzeiten ermöglichen zusätzlich eigenständiges Arbeiten am persönlichen Lernstand.

So verbindet die Schule zwei wichtige Elemente:
stabile soziale Gruppen, die Sicherheit und Zugehörigkeit geben, und flexible Lernformate, die individuelle Lernwege ermöglichen.

Die Lerngruppe bleibt dabei der zentrale Bezugspunkt im Schulalltag.


Wie läuft ein typischer Schulalltag ab?


Die Eine-Welt-Schule ist als rhythmisch gestaltete Ganztagsschule organisiert. Der Tag verbindet verschiedene Lernformen, die sich sinnvoll ergänzen.

In Fach-Inputs werden zentrale Inhalte aus den einzelnen Lernbereichen vermittelt.
In Projektphasen arbeiten die Schüler*innen fächerübergreifend und praxisnah an Themen und Fragestellungen.

Während der individuellen Lernzeiten können die Kinder und Jugendlichen eigenständig an ihrem Lernstand arbeiten, Inhalte vertiefen oder neue Fragen verfolgen.

Regelmäßige Coaching- und Reflexionsphasen unterstützen die persönliche Lernentwicklung und helfen den Schüler*innen, ihren Lernweg bewusst zu gestalten.

So entsteht ein Schulalltag mit einem guten Wechsel aus gemeinsamem Lernen, konzentrierter Arbeit und eigenständiger Vertiefung. Gleichzeitig bietet die Struktur Orientierung und genügend Flexibilität, um auf unterschiedliche Lernprozesse eingehen zu können.


Welche Rolle spielen Hausaufgaben?


Da die Eine-Welt-Schule als rhythmisch gestaltete Ganztagsschule organisiert ist, findet ein großer Teil der Lern- und Übungszeit bereits im Schulalltag statt. Lernzeiten, Projektphasen und individuelle Arbeitszeiten sind fest in den Tagesablauf integriert.

Gelegentlich können Aufgaben zur Vorbereitung oder Vertiefung entstehen. Diese sind jedoch so gestaltet, dass sie den Lernprozess sinnvoll unterstützen und nicht zu einer zusätzlichen Belastung am Nachmittag werden.


Was ist eine Kinderschutz-Policy?


Kinder und Jugendliche haben ein Recht auf einen sicheren Lern- und Lebensraum.
Deshalb entwickelt die Eine-Welt-Schule ein umfassendes Kinderschutzkonzept, das fester Bestandteil des Schulalltags ist.

Kinderschutz bedeutet für uns, Verantwortung bewusst wahrzunehmen und hinzuschauen, wenn Herausforderungen entstehen. Schulen sind Orte, an denen viele Menschen zusammenkommen – deshalb braucht es klare Strukturen, um Kinder und Jugendliche wirksam zu schützen.

Unser Schutzkonzept umfasst unter anderem:

  • klare Verhaltens- und Kommunikationsregeln

  • Sensibilisierung und Schulungen für Mitarbeitende

  • transparente Beschwerde- und Ansprechstrukturen für Schüler*innen

  • verbindliche Verfahren bei Verdachtsfällen

Die Entwicklung dieses Konzepts erfolgt in Zusammenarbeit mit der Kinderschutzorganisation ECPAT Deutschland e. V.

So schaffen wir eine Schulkultur, in der Sicherheit, Vertrauen und gegenseitiger Respekt selbstverständlich sind.